Edward Hopper in Basel

EDWARD HOPPER & SAMMLUNG

verlängert bis 20. September 2020

Fondation Beyeler
Baselstrasse 101
4125 Riehen/Basel
Schweiz

Er gehört zu meinen Lieblingsmalern. Erstmals wurde ich mit seiner Kunst in den 1990er Jahren und während meiner Zeit in den USA konfrontiert. Niemand sonst verkörpert Licht und Schatten, die Einsamkeit und Melancholie seiner Protagonisten so perfekt, so durchdacht wie Hopper. Klar, dass ich mir die Ausstellung in Basel ansehen musste. Wo sonst hätte ich noch einmal die Möglichkeit gehabt, seine Bilder zu bewundern.

Den Schwerpunkt der Ausstellung in der Fondation Beyeler bilden Hoppers ikonische Darstellungen der unendlichen Weite amerikanischer Landschaft und Stadtlandschaft. Es handelt sich dabei um ein Thema, das bisher kaum in den Fokus von Ausstellungen des US-Künstlers gerückt wurde, aber von zentraler Bedeutung für das Verständnis und die Rezeption seines Werks ist. Die Ausstellung umfasst Aquarelle und Ölgemälde der 1910er- bis 1960er-Jahre und gewährt damit einen umfänglichen und spannenden Einblick in den Facettenreichtum der Hopper’schen Malerei.

Als weiteres Highlight wird in einem Ausstellungsraum der 3D-Kurzfilm „Two or Three Things I Know about Edward Hopper“ des renommierten Regisseurs und Fotografen Wim Wenders (Der Himmel über Berlin; Don’t Come Knocking) gezeigt. Die von Edward Hoppers „American Spirit“ angeregten Aufnahmen sind in spektakulärer 3D-Projektion zu sehen.

Nur noch wenige Tage ist die Ausstellung geöffnet. Schutzmaske nicht vergessen! Tickets am besten im Vorverkauf sichern.  Auch für die Begegnung mit der Architektur des Museums und der Besonderheit des ihn umgebenden Garten, geschaffen von Renzo Piano,  sollte man Zeit mitbringen. Nicht umsonst gehört das Gebäude zu einem der schönsten Kunstpaläste weltweit. Piano hat damit eine einzigartige Verbindung von Architektur, Natur und Kunst geschaffen.

 

Frankfurt/Oder: Urbane Kommentare

URBANE KOMMENTARE

13.6. – 30.8.2020

Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst
Rathaushalle
Marktplatz 1
15230 Frankfurt/Oder

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Ich mag es immer wieder sehr, bei Städtetouren auch ein Blick in die lokalen Museen zu werfen. In Frankfurt/Oder hat die Zeit nur für ein Museum gereicht. Ich habe mich für zeitgenössische Kunst entschieden. Noch bis 30. August 2020 findet eine interessante Ausstellung im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst statt.

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Erik Göngrich: Welt der Tiere, 2020

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Dabei geht es um Kunst im Stadtraum von Frankfurt (Oder), den architektonischen Strukturen sowie den Leer- und Freiräumen der Stadt.

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Uwe Pfeifer: Durchgang in Halle-Neustadt, 1971

Es ist ein fast nicht mehr existentes Alltagsleben, daher wirkt es in vielen Facetten nostalgisch und manchmal auch altmodisch. Bei einigen Bildern denkt man unwillkürlich an die „gute alte Zeit“ zurück, die es so schon längst nicht mehr gibt.

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Michael Voll: Landschaft mit großem Bauwerk, 1987

Ehemalige DDR-Bürger erinnern sich beim Betrachten an das Leben von einst, damals, zur Zeit des Kalten Krieges, das fast schon vergessen ist und durch die Bilder und Skulpturen zu neuem Leben erweckt werden kann, hineingezogen in die Realität des Daseins. Voraussetzung ist jedoch, man lässt sich darauf ein oder eben nicht.

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Max Lingner: Straße nach Rummelsburg, 1958

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Günther Friedrich: Zum Beispiel Cottbus-Sandow, 1978

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Konrad Knebel: Berliner Straße mit Fernsehturm, 1969

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Konrad Knebel: Berliner Bauplatz, 1961

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Franziska Neubert: Parkhaus, keine Jahresangabe

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Oskar Erich Stephan: Universitätshochhaus, 1970

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Uwe Pfeifer: Poetischer Moment, 1973

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Uwe Pfeifer: Bei Vollmond, 1973

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Ulf Raecke: Architektonisches Gebirge (Originaltitel)/Ein Zeichen (späterer Titel), 1983

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Das Brandenburgische Landesmuseum für Moderne Kunst in Frankfurt/Oder freut sich über Ihren Besuch!

Düsseldorf: Hommage an Peter Lindbergh (1944 – 2019)

PETER LINDBERGH: UNTOLD STORIES

5. Februar – 27. September 2020

Kunstpalast Düsseldorf
Ehrenhof 4 – 5
40479 Düsseldorf

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Der Besuch dieser Ausstellung stand schon lange auf meiner Agenda. Doch dann kam Corona und damit die Schließung aller Museen. Nachdem sie ab Mitte dieses Jahres wieder geöffnet hatten, stand dem Besuch in Düsseldorf nichts mehr im Wege. Allein schon die Architektur des Kunstpalastes ist sehenswert. Und die Ausstellung mit den großen Schwarzweißfotos – einfach fantastisch. Absolut empfehlenswert!

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Zur Ausstellung: Untold Stories im Düsseldorfer Kunstpalast ist die erste von Peter Lindbergh selbst kuratierte Werkschau. Der 1944 geborene und in Duisburg aufgewachsene Fotograf hat zwei Jahre an der Präsentation gearbeitet. Lindberghs Zusammenstellung von 140 Arbeiten aus den frühen 1980er-Jahren bis heute ermöglicht einen eingehenden Blick auf sein umfangreiches Œuvre und lädt zum Entdecken vieler bislang unerzählter Geschichten ein.

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Ein Großteil der Aufnahmen wurde noch nie in Ausstellungen gezeigt; andere wurden von Zeitschriften wie Vogue, Harper’s Bazaar, Interview, Rolling Stone, W Magazine oder dem Wall Street Journal in Auftrag gegeben und veröffentlicht.

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Nicht die Mode, sondern der porträtierte Mensch steht in Lindberghs Bildern im Vordergrund. Mit seinen Werken ist es ihm gelungen, den unmittelbaren Kontext von Modefotografie und zeitgenössischer Kultur zu überschreiten und neu zu definieren. Untold Stories ist eine besondere Hinterlassenschaft des im September 2019 verstorbenen Peter Lindbergh und zugleich sein persönliches Statement zur Modefotografie.

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Eine Ausstellung des Kunstpalastes Düsseldorf in Kooperation mit dem Peter Lindbergh Studio, mit Stationen im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Hessisches Landesmuseum Darmstadt und MADRE in Neapel.

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Trailer zur Ausstellung hier!

Apropos! Anlässlich des Jubiläums „70 Jahre Porsche Sportwagen“ gab es 2018 ein gemeinsames Projekt von Porsche mit Peter Lindbergh. An einem Strand in Nordfrankreich entstand 2018 eine ikonische Schwarz-Weiß-Bilderserie mit einem historischen 911 sowie dem Konzeptstudie „Mission E“ – das Vorbild für den vollelektrischen Porsche Taycan.

Die Bilder aus dem Lindbergh-Shooting werden zusammen mit den „behind-the-scenes-Bildern“ vom 22. Juni bis 1. November 2020 bei Porsche auf Sylt (Keitumer Landstraße 14, 25980 Sylt/Westerland) ausgestellt.

 

 

 

 

Mugler Couture in Munich

THIERRY MUGLER: COUTURISSIME

May 25, 2020 – February 28, 2021

Kunsthalle München
Theatinerstraße 8
80333 München001

For the first time in Germany, the Kunsthalle München is presenting an exhibition about the French creator Thierry Mugler. It is initiated, produced and circulated by the Montreal Museum of Fine Arts (MMFA), in collaboration with the Maison Mugler which restored the designer’s heritage couture. The exhibition is curated by Thierry-Maxime Loriot under the direction of Nathalie Bondil, Director General and Chief Curator of the Montreal Museum of Fine Arts.

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This spectacularly staged retrospective presents the multifaceted work of this visionary couturier, director, photographer and perfumer. It showcases more than 150 haute couture and prêt-à-porter outfits, stage costumes and accessories, videos, photographs, design sketches, and archival material created between 1977 and 2014. Some 100 works by famous fashion photographers who have staged Mugler’s creations, from Helmut Newton (1920–2004) to David LaChapelle (*1963), round out the exhibition.

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In the early 1970s, Mugler, who was trained as a classical ballet dancer, revolutionized
fashion by countering the flowing bohemian looks of the hippie era with morphological and futuristic cuts as well as sculptural, elegant, and form-fitting silhouettes. With his designs, Mugler lent heroic strength to the people he once described as „fragile, beautiful creatures“.

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In times of cocooning, of retreating from a world perceived as unmanageable and threatening into a domestic private life, Mugler created glamorous armor that transformed women into superheroines by borrowing from the world of animals and myths as well as from the universe of modern technology and architecture. He experimented with innovative materials such as metal, Plexiglas, fake fur, vinyl and latex. „My only measure is excess,“ said Mugler of his extravagant creations.

His designs were worn by stars such as Diana Ross (*1944), Liza Minelli (*1946), David Bowie (1947–2016), Céline Dion (*1968) and Lady Gaga (*1986); he also created costumes for tours and videos of stars like Beyoncé (*1981).

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Mugler recruited collaborators from all over the world to realize his fantastic ideas, including car painters and leather craftsmen, printing technicians, photographers, scientists, and artists. His fashion is characterized by a sophisticated mixture of high and popular culture, in which refined haute couture meets drag show drama. It moves between elitism and mass appeal, between tradition and transgression.

A brilliant storyteller with a penchant for theatrical performance, Mugler has created some of the most spectacular fashion shows of his time. He designed costumes for the production of Shakespeare’s Macbeth put on by the Comédie-Française and the Festival d’Avignon, as well as for Cirque du Soleil’s Zumanity. He also staged his own revues, such as the Mugler Follies in Paris and The Wyld at Berlin’s Friedrichstadt-Palast.

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As a photographer and filmmaker, he directed the video clip „Too Funky“ by British singer George Michael (1963–2016) as well as short films with Isabelle Huppert (*1953) and Juliette Binoche (*1964). Mugler’s work is distinguished by numerous collaborations with big names of the art world – such as interior designer Andrée Putman (1935–2013) and well-known photographers like Helmut Newton (1920–2004), Guy Bourdin (1928–1991), Dominique Issermann (*1947), Herb Ritts (1952–2002), Ellen von Unwerth (*1954), David LaChapelle (*1963) and Pierre & Gilles (*1950 and *1953).

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The exhibition presents the various aspects of Mugler’s art as a sequence of eight opera acts.

ACT I – FUTURISTIC & FEMBOT COUTURE

By creating futuristic, aerodynamic and robotic looks that radiate superhuman strength, Mugler directs attention to the relationship between man and machine. His cyborgs and chassis-outfitted characters are harbingers of the transhuman revolution that shapes our everyday life. The designer was inspired by science fiction and comic heroines as well as by medieval armor and uniforms, industrial design, and futuristic vehicles.

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ACT II – STARS & SPARKLES. STAGING FASHION

„My only true vocation is the stage.“ In the conviction that fashion must be shown in a musical and theatrical setting, Mugler justified the principle of the fashion show as a spectacle. In 1984, he opened a stunning show at the Paris Zenith, a veritable fashion opera, for 6000 people. His catwalk became a stage for musical comedies, scenes from comics, Hollywood movies, and glamorous cabaret shows. He also introduced the trend of having stars model at fashion shows.

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ACT III – TOO FUNKY

The music video for the famous song „Too Funky“ by British pop star George Michael (1963–2016) was released in 1992; it marked the beginning of Mugler’s career as a video director. The song appeared on the charity album Red Hot + Dance, which was intended to raise funds for the fight against AIDS – a cause supported by both the singer and the designer.

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ACT IV – BELLE DE JOUR | BELLE DE NUIT

Amidst the hippie movement, Mugler countered the flower power and ethnic looks of the early 1970s with the invention of his „glamazon“– a modern, stylish, urban, and unconventional woman. She distinguished herself through bold, figure-hugging cuts, architectural silhouettes and innovative materials, and developed the concept of power dressing. From then on, the power of female seduction went hand in hand with professional success.

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ACT V – MACBETH

July 6, 1985 was the opening night of the Avignon Festival, in which the Comédie-Française put on a new production of William Shakespeare’s famous Macbeth. Influenced by his own theater experience as a dancer and his fascination for opulently staged productions, Mugler designed over 70 costumes and accessories for this play. He had been given the largest budget for this purpose since the company’s founding in 1680.

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ACT VI – BEYOND FASHION: MUGLER BEHIND THE LENS

The trigger for Mugler’s interest in photography came about in 1976, when he asked Helmut Newton (1920–2004) to do an advertising campaign for him. Mugler interfered so much during the shoots, however, that Newton finally told him he should do it himself – which the designer did. While Mugler continued his collaboration with Newton for over 20 years, he also developed his own unique visual language for campaigns. Playing with proportions and perspectives, his photographic dramatizations often set his models in monumental settings, where they appeared to be miniature figures. Marked by the memory of the Gothic cathedral of his Strasbourg childhood as well as by Art Deco, Soviet, and futuristic aesthetics, Mugler photographed his muses in inaccessible places like the icebergs of Greenland, the dunes of the Sahara or the dizzying heights of the Chrysler building.

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Fantastische Frauen in der Frankfurter Schirn

Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo.

13. Februar 2020 – 5. Juli 2020

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Römerberg
60311 Frankfurt

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Kürzlich habe ich den Roman Die Zeit des Lichts gelesen. Er führte mich in die 1920er Jahre in Paris. Im Buch ging es um die Beziehung zwischen Man Ray und dem Model sowie der späteren Kriegsberichterstatterin Lee Miller. Sie ist eine der zentralen Künstlerinnen der Ausstellung. So kam es, dass ich bei meinem Besuch schon mit den meisten Namen der weiblichen Protagonisten vertraut war. Zum Teil habe ich das der Lektüre des Buches zu verdanken, zum Teil anderer Ausstellungen oder Büchern. Es gab also immer wieder ein ganz besonderes Aha-Erlebnis beim Betrachten der Kunstwerke.

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Unbedingt zu empfehlen ist die App als Begleiterin durch die Ausstellung und/oder die Video-Führung mit Kuratorin Ingrid Pfeiffer.

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Göttin, Teufelin, Puppe, Fetisch, Kindfrau oder wunderbares Traumwesen – die Frau war das zentrale Thema surrealistischer Männerfantasien. Künstlerinnen gelangten zunächst als Partnerin oder Modell in den Kreis um den Gründer der Surrealisten-Gruppe, André Breton. Schnell brachen sie aus diesem Rollenverständnis aus und schufen selbstbewusst unabhängige Werke. Die Ausstellung der Schirn beleuchtet erstmals den weiblichen Beitrag zum Surrealismus und zeigt, dass die Beteiligung der Künstlerinnen an der internationalen Bewegung wesentlich umfassender war als allgemein bekannt und bislang dargestellt.

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Unbewusstes, Traum und Zufall, Mythen und Metamorphosen, Literatur und das politische Zeitgeschehen sowie Materialexperimente und inszenierte Fotografie – viele bekannte Themen des Surrealismus kennzeichnen ebenso die Werke der Frauen. Was die Künstlerinnen von ihren männlichen Kollegen vor allem unterscheidet, ist die Umkehr der Perspektive: Durch die Befragung des eigenen Spiegelbilds oder das Einnehmen verschiedener Rollen sind sie auf der Suche nach einem (neuen) weiblichen und künstlerischen Identitätsmodell.

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Die Ausstellung konzentriert sich auf Künstlerinnen, die direkt mit der Anfang der 1920er-Jahre in Paris gegründeten surrealistischen Bewegung verbunden waren, wenngleich bisweilen nur für kurze Zeit: Sie waren mit André Breton persönlich bekannt, stellten mit der Gruppe aus, beteiligten sich an Publikationen und setzten sich mit den surrealistischen Ideen theoretisch auseinander. Mit rund 260 Gemälden, Papierarbeiten, Skulpturen, Fotografien und Filmen von 34 Künstlerinnen aus 11 Ländern bildet die Schau ein vielfältiges stilistisches und inhaltliches Spektrum ab. Neben bekannten Namen wie Louise Bourgeois, Claude Cahun, Leonora Carrington, Frida Kahlo, Meret Oppenheim oder Dorothea Tanning sind zahlreiche bislang weniger bekannte Persönlichkeiten wie Toyen, Alice Rahon oder Kay Sage aus mehr als drei Jahrzehnten surrealistischer Kunst zu entdecken. Sie werden in der Schirn jeweils mit einer repräsentativen Auswahl ihrer Arbeiten vorgestellt. Die Ausstellung spiegelt zudem Netzwerke und Freundschaften zwischen den Künstlerinnen in Europa, den USA und Mexiko. Für die Präsentation konnte die Schirn bedeutende Leihgaben aus zahlreichen deutschen und internationalen Museen, öffentlichen wie privaten Sammlungen gewinnen und in Frankfurt zusammenführen, u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art, New York; der Tate, London; den National Galleries of Scotland, Edinburgh; dem Centre Pompidou, Paris; dem Musée d’art moderne de la ville de Paris; dem Musée national Picasso, Paris; dem Kunstmuseum Bern; dem Kunstmuseum Basel; dem Moderna Museet, Stockholm; dem mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien, und dem Museum de Arte Moderno, Mexiko-Stadt.

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Die rund 260 Werke von 34 Künstlerinnen eröffnen eine gänzlich neue Perspektive auf die surrealistische Kunst. Es ist ein umfassender Überblick über die dezidiert weibliche Seite der Bewegung, wie er bislang noch nicht zu sehen war. In der Zusammenschau werden das internationale Netzwerk, die unglaubliche Vielfalt und die beeindruckende Eigenständigkeit der bekannteren wie auch unbekannteren Künstlerinnen des Surrealismus deutlich. Denn der Surrealismus war eine Geisteshaltung, kein Stil.

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Gleich zu Beginn der Ausstellung wird Meret Oppenheim (1913 Berlin – 1985 Basel) präsentiert, die als eine der ersten surrealistischen Künstlerinnen zu frühem Ruhm gelangte. Sie bewegte sich in jungen Jahren im unmittelbaren Umfeld der Surrealisten in Paris. Die Gruppe traf sich regelmäßig, diskutierte über politische Entwicklungen ebenso wie über die damals neue Psychoanalyse, deren Erkenntnisse sie als Impulse nutzte, um die Gesellschaft mit den Mitteln der Kunst zu verändern. Bereits 1936 nahm das New Yorker Museum of Modern Art Oppenheims ikonische „Pelztasse“ in seine Sammlung auf – sie gilt bis heute als das surrealistische Objekt schlechthin. Die Schirn zeigt Werke der Künstlerin aus den 1930er- bis 1970er-Jahren, darunter Skulpturen wie Urzeit-Venus (1933/62) und Gemälde, etwa Das Auge der Mona Lisa (1967). Die offiziellen Mitglieder der surrealistischen Gruppe um André Breton waren zunächst Männer, ab den 1930er-Jahren stießen zahlreiche Künstlerinnen dazu und beteiligten sich an den internationalen Surrealismus-Ausstellungen, etwa in New York (1936), Paris (1936 und 1938), Tokyo (1937), Amsterdam (1938) und Mexiko-Stadt (1940). Man kann von verschiedenen Generationen des Surrealismus sprechen: Die Künstlerinnen waren meist jünger, viele ihrer Hauptwerke entstanden daher in den 1940er- und 1950er-Jahren. Obwohl bis in die 1960er-Jahre weitere Ausstellungen der Gruppe stattfanden und sie sich erst 1969 auflöste, sahen zahlreiche Chronisten den Surrealismus mit dem Zweiten Weltkrieg als beendet an. Auch aufgrund dieser Erzählweise fanden die Werke der Künstlerinnen bislang zu wenig Berücksichtigung.

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Le désir (das erotische Begehren) ist ein zentrales Thema des Surrealismus, der Körper der Frau ein wiederkehrendes Motiv in den Werken. Das Verhältnis der männlichen Surrealisten zu ihren Kolleginnen ist insgesamt als ambivalent zu bewerten. In vielerlei Hinsicht lehnte die Bewegung traditionell bürgerliche Vorstellungen von Familie, Sexualmoral und Eheleben ab. In den Werken der Künstler wird die Frau aber oft objektiviert, als passive Kindfrau, Fetisch oder Muse, fragmentiert oder geköpft dargestellt. Davon unterscheidet sich die Perspektive der Künstlerinnen: Zahlreiche Selbstporträts und Darstellungen der Frauen sind geprägt von einem spielerischen, selbstbewussten Umgang mit ihrem Körperbild und der weiblichen Sexualität. Die Ausstellung zeigt u. a. das Autoportrait, à l’auberge du Cheval d’Aube (1937/38) von Leonora Carrington (1917 Clayton Green – 2011 Mexiko-Stadt), in dem sie sich in der Kleidung eines jungen Mannes aus dem 18. Jahrhundert in Hosen dargestellt hat, flankiert von ihrem wiederkehrenden Alter Ego, einem Pferd, und einer Hyäne als Symbol ihres Freiheitsdrangs. Ithell Colquhoun (1906 Assam – 1988 Lamorna) malte mit Tree Anatomy (1942) eine humorvolle Umdeutung einer Vulva. Die Künstlerin Claude Cahun (1894 Nantes – 1954 Saint Helier) schuf bereits in den 1920er-Jahren ihr Hauptwerk, eine Serie von beeindruckenden und äußerst aktuellen fotografischen Selbstporträts und Fotomontagen, in der sie Androgynität und das Spiel mit Geschlechterrollen thematisierte, etwa um 1927 in Self-Portrait (I am in Training … Don’t Kiss Me). Das Werk von Leonor Fini (1907 Buenos Aires – 1996 Paris) enthält überproportional viele Männerakte, denen starke Frauenfiguren den Weg weisen wie in Dans la tour (Im Turm; 1952) oder Schutz gewähren wie in Divinité chtonienne guettant le sommeil d’un jeune homme (Erdgottheit, die den Schlaf eines Jünglings bewacht; 1946). Die Künstlerinnen rebellierten gegen geschlechtsspezifisches Rollenverhalten und präsentierten sich auch selbst mit einem betont androgynen Aussehen (Oppenheim, Cahun, Toyen) oder in unterschiedlichen Rollen und Maskeraden.

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Die Surrealisten nutzten Spiele und Techniken wie die écriture automatique (automatisches Schreiben), Traumprotokolle oder Collagen, um Zugang zum Unbewussten zu eröffnen und dem Zufall Raum zu geben. Jacqueline Lamba (1910 Saint-Mandé – 1993 La Rochecorbon), Emmy Bridgwater (1906 Birmingham – 1999 Solihull) oder Unica Zürn (1916 Berlin – 1970 Paris) arbeiteten in ihrem Werk ganz zentral mit diesen Methoden. Eine eigene Sektion der Ausstellung ist den cadavres exquis gewidmet. Diese Zeichnungen oder Collagen entstanden als Gruppenspiel: Auf einem gefalteten Papier führten die Teilnehmer nacheinander die Darstellung des Vorgängers fort, ohne zu sehen, was jener kreiert hatte. Solche kollektiven Kunstwerke sollten auch den Zusammenhalt der Gruppe stärken. An diesen Spielen nahmen Mitglieder der Gruppe wie André Breton, Paul Éluard, Valentine Hugo (1887 Boulogne-sur-Mer – 1968 Paris), Jacqueline Lamba oder Yves Tanguy ebenso teil wie Laien oder Autodidakten, etwa Nusch Éluard (1906 Mulhouse – 1946 Paris).

Photomontage "29 rue d'Astorg", en 1936

Im Kreis der Surrealisten spielte die Auseinandersetzung mit antiker Mythologie sowie vorchristlichen und außereuropäischen Mythen und Sagen eine wichtige Rolle. Die mythische Sagengestalt des Mittelalters Melusine (Frau und Meereswesen) und die rätselhafte ägyptische Sphinx (Frau und Löwe mit Flügeln) stehen oft als Symbole für die Metamorphose, das Veränderliche, aber auch für die dämonische Verführerin und Femme fatale. Auf der Suche nach Vorbildern für ein weibliches Identitätsmodell griffen die Künstlerinnen das Motiv des Mischwesens besonders häufig auf. Die Schirn zeigt u. a. La venadita (Der kleine Hirsch; 1946) von Frida Kahlo und die Skulptur La Grande Dame (1951) von Leonora Carrington und José Horna.

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Die tschechische Malerin Toyen (1902 Prag – 1980 Paris) entwickelte für sich ein geschlechtsneutrales Pseudonym, abgeleitet vom französischen citoyen (Bürger). Ihr ging es nicht um Gegensätze zwischen männlich und weiblich, animalisch und menschlich, sondern um Ähnlichkeiten. In Le Paravent (1966) setzt sie einen Mund an die Stelle des Geschlechts der weiblich anmutenden Figur und schafft eine Szene, die zwischen Begehren und Furcht changiert.

Tree Anatomy, 1942 (oil on wood panel)

Während des Zweiten Weltkriegs emigrierten viele der Surrealisten, u. a. in die USA oder nach Mexiko. Eine lebendige surrealistische Szene entwickelte sich in Mexiko um Frida Kahlo (1907 Coyoacán – 1954 Mexiko-Stadt). Die Malerin kombinierte in ihrer individuellen Ikonografie Motive der präkolonialen Kultur Mexikos mit christlichen Symbolen sowie ihrer persönlichen Biografie. Sie betonte matriarchale, feministische Traditionen und trug bewusst die Tracht der Gegend um Tehuana, die für ihre von Frauen dominierte Kultur bekannt war.

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Zu einer zentralen Persönlichkeit in Mexiko-Stadt wurde auch die Dichterin und Malerin Alice Rahon (1904 Chenecey-Buillon – 1987 Mexiko-Stadt), die erste Frau, deren Texte 1936 in den Éditions surréalistes verlegt wurden. Unter den weiteren surrealistischen Künstlerinnen, die sich in Mexiko niederließen und sich intensiv mit der präkolumbianischen Vergangenheit, der überbordenden Natur und den mexikanischen Mythen auseinandersetzten, waren die Malerin und Schriftstellerin Leonora Carrington, die Malerin Bridget Tichenor (1917 Paris – 1990 Mexiko-Stadt) sowie Remedios Varo (1908 Anglés – 1963 Mexiko-Stadt), deren Malstil die surrealistischen Techniken der Fumage, Frottage und Décalcomanie mit der Darstellung detailreicher altmeisterlicher Figuren vereint.

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Die Fotografie bot den Surrealistinnen zahlreichen Möglichkeiten, die Abbildung der Realität durch Retuschen, nachträgliches Kolorieren, Montagen und extreme Belichtungen zu verfremden und infrage zu stellen. Jane Graverol (1905 Ixelles – 1984 Fontainebleau) oder Lola Álvarez Bravo (1903 Lagos de Moreno – 1993 Mexiko-Stadt) nutzten zudem die Technik der Collage, um Widersprüchliches zu verbinden. Gerade unter den Fotografinnen positionierten sich einige Künstlerinnen politisch. Das Werk von Dora Maar (1907 Paris – 1997 ebenda) weist neben surrealistischen Themen, die Schirn zeigt etwa 29, rue d’Astorg (1936), ein tiefgreifendes Interesse am Zeitgeschehen auf. Neben Breton unterzeichnete sie 1934 das Manifest Appel à la lutte (Aufruf zum Kampf) gegen die erstarkenden faschistischen Strömungen.

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Claude Cahun war in den Jahren um 1940 aktiv im Widerstand tätig und verstarb letztlich an den Folgen einer Inhaftierung. Eine besondere Rolle nimmt Lee Miller (1907 Poughkeepsie – 1977 Chiddingly) ein, die nach ihrer surrealistischen Phase ab 1944 als Kriegsfotografin tätig war. Über sie habe ich ganz am Anfang berichtet.

Großartig und damit sehr empfehlenswert!

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Fotos: Schirn Kunsthalle Frankfurt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Women, women, women …

… at Schirn Kunsthalle Frankfurt. Till July 5, 2020. Online Tickets here!

Besides famous female artists such as Louise Bourgeois, Frida Kahlo or Meret Oppenheim, visitors will be able to discover countless unknown but exciting artistic positions from over three decades of Surrealist art, such as Alice Rahon or Kay Sage.

Soon more at sl4artglobal!

 

Fury friends – Fellfreunde

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Siegfried. Thomas Theodor Heine.


Deutsch siehe unten.

Loyal Friends. Dogs and Humans

Special exhibition

28 November 2019 to 19 April 2020 (a prolongation of this exhibition is possible. Check the latest news here!)

Bayerisches Nationalmuseum
Prinzregentenstraße 3
80538 München
Telefon +49 (0)89 21 12 40 1
bay.nationalmuseum@bnm.mwn.de

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Armer Hund und reicher Hund. Richard Dodd Widdas nach dem Original von Alfred Dedreux.

Dogs have always been faithful friends and companions of humans. The close relationship with mankind’s favourite pet has been illustrated in art and in our cultural history in manifold ways. This major exhibition illuminates the eventful relationship between humans and animals through high-ranking works of art and spectacular testimonies to the culture of every day life. Here the dog appears as a companion and helper and as a status symbol. But eroticism, humour and feelings also play an important role. More than 220 objects – from exhibits of an Egyptian dog mummy over magnificent paintings to the robot dog Aibo – reveal a fascinating spectrum of artistic expression. Famous dog owners such as Frederick the Great, Bismarck, Empress Elisabeth of Austria (Sisi), Thomas Mann, Queen Elizabeth II, David Bowie and Munich’s pompous fashion designer Rudolph Moshammer are showcased, as are the works of Anthonis van Dyck, Loriot and Rudi Hurzlmeier, Grace Kelly’s poodle diamond brooch, the taxidermy of the German shepherd Zorro and the tuxedo of Sir Henry; Germany’s most famous pug. In reflecting on dogs, the exhibition also tells us something about humankind and our idea of humanity.

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Big Dog in a Big City. Amit Elkayam.

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Hundeinvasion im Café Luitpold. Thomas Theodor Heine.


Treue Freunde. Hunde und Menschen

Sonderausstellung
28. November 2019 bis 19. April 2020 (eventuell wird die Ausstellung verlängert. Checkt die Öffnungszeiten hier!)

Bayerisches Nationalmuseum
Prinzregentenstraße 3
80538 München
Telephone: +49 (0)89 21 12 40 1
bay.nationalmuseum@bnm.mwn.de

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Stationery Figures. William Wegman.

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Seit jeher ist der Hund treuer Freund und Begleiter des Menschen, doch die Beziehung ist nicht ungetrübt … In der Kunst und Kulturgeschichte spiegelt sich das unauflösliche und meist positiv besetzte Verhältnis zum beliebtesten Haustier auf vielfältige Weise.
Das Bayerische Nationalmuseum geht der Allianz zwischen Hund und Mensch nun in einer umfassenden Ausstellung auf den Grund. Mehr als 200 Werke, darunter hochrangige Werke der bildenden Kunst und spektakuläre Zeugnisse der Alltagskultur, führen das uralte wechselvolle Mensch-Tier-Verhältnis in seinen verschiedenen Facetten vor Augen.

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Leihgaben aus internationalen Museen und Sammlungen sowie kaum bekannte Kunstwerke des Bayerischen Nationalmuseums eröffnen ein breites Spektrum von der Antike bis zur Gegenwart. Prominente Hundehalter wie die Queen, Sisi, David Bowie und Rudolph Moshammer sind ebenso vertreten wie Zeichnungen von Loriot und Rudi Hurzlmeier oder eine Pudel-Diamantbrosche von Grace Kelly. Die Ausstellung umfasst zahlreiche Gattungen – von der ägyptischen Hunde-Mumie über mittelalterliche Altartafeln bis zum Hunderoboter. Die einzelnen Kapitel behandeln Themen wie Treue und Freundschaft, Dienstbarkeit, Statussymbole und Erotik, aber auch die Gefährlichkeit des Hundes. In allen Bereichen erzählt die Ausstellung auch etwas über den Menschen selbst und unsere Vorstellung von Menschlichkeit.

Zur Ausstellung gibt es einen umfassenden Katalog.

 

Istanbul: Burcin Erdi’s latest exhibition „Anemoia“

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Gallery Labirent Sanat, Istanbul, from October 24 till November 30, 2019

Aslıhan Kaplan Bayrak, Burçin Erdi, Emre Celali, Hüseyin Aksoy and Soyhan Baltacı’s group exhibition consisting of their latest works on the concept and connotations of „Anemoia“.

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Burcin Erdi with curator Hande Özdilim.

The concept of anemoia defined as nostalgia for not experienced time; suggests a dissatisfaction, despair and non-belongingness felt about the present time. What is the impulse that drives us into the past and pulls us away from the moment we live? What key experience explains the source of this gap, which pauses us from time to time as we move forward in our adventure of existence?

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What could be the reason that disrupts the linearity of time as a straight line, its uniform reality and causes this mood? In Proust’s novel, „In Search of Lost Time“, the protagonist Marcel is startled by the impact of an instant experience that recalled from the depths of his consciousness by the smell and the flavour left on his cake that he dipped into a linden tea: „An exquisite pleasure had invaded my senses, but individual, detached, with no suggestion of its origin. And at once the vicissitudes of life had become indifferent to me, its disasters innocuous, its brevity illusory – this new sensation having had on me the effect which love has of filling me with a precious essence; or rather this essence was not in me, it was myself. I had ceased now to feel mediocre, accidental, mortal. Hence could it have come to me, this all-powerful joy? I was conscious that it was connected with the taste of tea and cake, but that it infinitely transcended those savours, could not, indeed, be of the same nature as theirs.“

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In Proust’s „In Search of Lost Time“, the crisis of time is experienced as the self-crisis, and the novel is an attempt to consolidate the identity of the self under threat of dissolution. In the face of the speed of the era we are in, with the lack of a basis to make our lives meaningful, we either hold onto the past or interrupt the moment we live by longing for the future. „Anemoia“- exhibition focuses on the results of the process of human body and consciousness which is now accelerated by the effect of modern technology and deprived of the earth, through the imaginations of past, present and future.

Hande Özdilim, Curator

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www.labirentsanat.com

About the Artist Burçin Erdi:

Graduated from Mimar Sinan Fine Arts University in 2003, in the third rank by winning Sakıp Sabanc Special Art Prize. She holds a masters of fine arts degrees from the same university. She completed her dissertation program at Sevilla University, Spain, and lived in Spain for a while. She won several awards in the painting contests including DYO, T.R. Ministry of Forestry, 3rd Şefik Bursalı Painting Contest. Erdi took part in international/national exhibitions, fairs, biennales. Her works are now in the private and bank collections, museums and galleries. She continues to work at her studio in Istanbul, Tekirdağ and works as Assistant Professor at the Department of Painting, Faculty of Fine Arts, at Namık Kemal University.

Art Opening at Selegie Arts Center, Singapore

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SERENDIPITY II from October 3 – 7, 2019

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On the walls, visitors found what curator Fiorenza De Monti said both artists spent many years away from their original homes and were drawing their inspiration from memories.

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The curator Fiorenza De Monti (middle) with the two artists.

Indeed, inspired from Frédérique Stref’s and Kieu Hanh Morel’s serendipitous encounter in Singapore, the exhibition featured abstract and figurative works stemming from the artist’s memories and experiences. Both of them grew up in creative environments. Morel learnt to draw from her architect father and this skill heavily informs her current practice of painting from photographs. Stref spent her childhood in her father’s glass-making workshop in Nancy, where she became fascinated with the spellbinding translucent density of Pâte de verre, a fascination that later influenced her to turn to encaustic painting.

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Morel’s oil and acrylic paintings express a nostalgia for her homeland through idealised depictions of its rural world and inhabitants, in the traditional Vietnamese figurative style. Stref’s encaustic paintings capture the impressions gathered by her senses in the different countries she visited, resulting in images that are both abstract and tangible.

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The exhibition brought together artworks inspired from different cultural backgrounds, sensibilities and techniques, which confront the viewer with personal outlooks on the world.

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Climbing the steps up and emerging into space dominated by light and permeated by sounds of visitors interacting with art, you knew you’re at Selegie Arts Center.