Barbara Weckert, Schmuckdesignerin, Randersacker

P1160382 (Large)Barbara Weckert hat sich den schönsten Platz zum Arbeiten und Leben ausgesucht. Idyllisch residiert sie in ihrem Häuschen hoch über den roten Schieferdächern von Randersacker. Zufrieden blickt sie zurück, auf die langen und auch kurzen 50 Jahre, die sie zu einer kreativen Schmuckdesignerin gemacht haben.

"Hommage an Götz von B.", Rückenschmuck aus CDs.

„Hommage an Götz von B.“, Rückenschmuck aus CDs.

Begonnen hatte alles in den 1950er Jahren in einer kleinen Werkstatt in Würzburg, wo sie zur Gold- und Silberschmiedin ausgebildet wurde. Ihr Vater war es, der sie dazu ermutigt hatte, denn damals war dieser Beruf alles andere als frauentauglich. „Ich bin in eine Männerdomäne hineingeraten“, erinnert sich die 73-jährige Randersackererin. „Ich war schon immer ein sehr praktisch veranlagter Mensch, ich wollte etwas Handwerkliches machen.“

Kunden kamen und gingen. Nach der Lehre machte sie viele Auftragsarbeiten. „Aber immer nur das, was den Käufern gefiel, mein Geschmack war das meistens nicht!“ Als das erste Kind kam hörte sie auf. Schon bald richtete sie sich eine eigene Werkstatt ein.

Perücke aus Kronkorken.

Perücke aus Kronkorken.

„Ausschlaggebend war ein kleines, verrostetes Zahnrad, das ich am Wegesrand fand.“ Daraus entstand ihr erstes eigenes Kunstobjekt. Aus Abfallprodukte Schmuck machen, lautet seitdem ihre Devise und das seit rund 25 Jahren. In diese Stücke bringe ich die Goldschmiedekunst mit ein. „Mir geht es vor allem darum, herauszustellen, wie schön auch etwas Weggeworfenes sein kann!“

Ausstellungen haben sie über die Grenzen Frankens hinaus bekannt gemacht. „Sobald ich weiß, dass mein Schmuck gezeigt wird, mache ich viel mehr.“ Ausstellungen betrachte sie daher eher als Ansporn und Motivation. Dann zeigt sie ihre Lieblingsstücke: Einen extravaganten Rückenschmuck, eine Kronkorkenperücke und ein Harpyien-Amulett. Auf weitere Stücke darf man gespannt sein. Ihre Arbeiten sind im September im Rahmen der Veranstaltung MainWeinKunst im Randersackerer Weinhaus Ewig Leben zu sehen.

Harpyien-Amulett als Schutz gegen Dämonen.

Harpyien-Amulett als Schutz gegen Dämonen.

 

 

Klaus Gerstendörfer, Bildhauer, Randersacker

IMG_9727 (Large)Klaus Gerstendörfers künstlerische Arbeit begann schon sehr bald. Während des Studiums entwarf er Möbel und Innenausstattungen. Durch seine Frau Simone kam er erstmals mit der Bildhauerei in Berührung. „Zum 45. Geburtstag schenkte sie mir einen Kurs. Es dauerte nicht lange, bis ich Lunte gerochen hatte. Ich war begeistert, es hat Spaß gemacht und mein erstes Sandstein-Objekt, ein Fantasiegebilde, gefiel mir gut“, erzählt der 55-jährige Randersackerer.

IMG_9746 (Large)Seitdem hat ihn die Bildhauerei nicht mehr losgelassen. Er zeigt auf den hellen Torso, den er 2008 gefertigt hatte. „Schon immer begeisterte mich Marmor als edler Stein, sehr dicht und feinkristalliert. Das war mein erster Torso in Marmor.“

IMG_9716 (Large)Inspirieren lässt er sich auf Ausstellungen und durch Bildbände. Außderdem hat er viele Köpfe als Porträtarbeiten gemacht. Jetzt arbeitet er an einem Kopf aus weißem Marmor, entstanden durch ein Gemälde, das ihn fasziniert hat. „Marmor ist für mich das beste Material zum Arbeiten. Toller Ausgleich zum Job, man vertieft sich und führt einen regen Gedankenaustausch mit anderen Bildhauern“, betont der Informatiker.

IMG_9756 (Large)Klaus Gerstendörfer freut sich auf die Zukunft, hofft, dann mehr Zeit zu haben, auch, um sich neu auszurichten. „Das nächste Projekt wird wieder ein weiblicher Torso sein. An ihm will ich die Formensprache des Kubismus versuchen“, sagt der zweifache Familienvater.

Seine Arbeiten sind im September im Rahmen der Veranstaltung MainWeinKunst im Weinhaus Brock in Randersacker zu sehen.

Fotos: Enric Boixadós

MainWeinKunst am 14./15. September 2013

plakat breit 2 (Large)„MainWeinKunst“ in Randersacker

Zum ersten Mal präsentiert sich Randersacker am 14. und 15. September mit einem eigenen Künstlerfest. Der Kulturkreis Randersacker mit 17 Künstlern zeigt in neun idyllischen Weinhöfen seine Kunst, angefangen von Skulpturen über Malerei und Fotografie bis hin zu Schmuckdesign. „Damit wollen wir zeigen, welche künstlerischen Talente hier im Ort schlummern“, sagt Sprecherin Simone Doll-Gerstendörfer. „Unser erster Schritt war eine kleine Ausstellung im Januar, jetzt wollen wir die Winzer mit einbinden.“ Dass Randersacker vieles bietet, ist nicht nur den Einwohnern bekannt. „Neben der idyllischen Lage am Main und dem guten Wein wollen wir jetzt auch mal die Künstler präsentieren“, betont Grafikdesigner Ernst Weckert.

Die Eröffnung des Festes ist am Samstag, 14. September, um 15 Uhr am Markflecken in der Mitte des Dorfes mit zahlreichen Überraschungen. Das musikalische Angebot reicht von afrikanischer Trommelmusik, Rock, Jazz, Klezmer und Klassik. „Für jeden Geschmack gibt es die passenden Klänge“, sagt Doll-Gerstendörfer. Jutta Schmitt spielt die „große Frau“ für Randersacker, und im Martinshof wird gezeigt, wie Kinder einen eigenen Bienenstock bauen können. „Wir wollen nicht nur bildende Kunst zeigen, sondern auch auf unser literarisches Angebot hinweisen“, ergänzt Weckert. Dazu gehören Randersackerer Sagen in Mundart, ein Geschichtenerzähler und kubanische Reiseimpressionen. Als besonderes Highlight führt am Eröffnungstag die Tochter Balthasar Neumanns zum Gartenpavillon, zu weiteren historischen Gebäuden und Winzerhöfen.

Kunstgenuss verlangt nach Gaumenfreuden. Hier haben sich die Winzer lukullische Spezialitäten, nicht nur in flüssiger Form, einfallen lassen, angefangen vom fränkischen Zwiebelkuchen bis zu Fingerfood vom Wild und Käsespezialitäten sowie Schokolade und Wein. Frei nach dem Motto „Unterirdisch von Haus zu Haus“ sind die Keller zur Besichtigung geöffnet.

Die Veranstaltung endet am Sonntagabend, den 15. September 2013.

Programm-Info:

Programm1
Programm2

Kulturkreis Randersacker

Randersacker bei Würzburg - Heimat des neuen Kulturkreises

Randersacker bei Würzburg – Heimat des neuen Kulturkreises

Randersacker hat einen neuen Kulturkreis. Lokale Künstler zeigen in wechselnden Ausstellungen Skulpturen, Holzschnitte, Plakatdesign, Schmuck, Zeichnungen und Photographie. Ihr Ziel ist es, dem idyllischen Weinort am Main eine eigene künstlerische Note zu geben. Unterschiedliche Werke zeigen die Vielfalt des neuen Kulturkreises Randersacker.

Alle Künstlerinnen und Künstler werden in den nächsten Monaten hier mit ihren Werken vorgestellt. Aktuelle Veranstaltungen und Ausstellungen finden Sie hier:

MainWeinKunst im September 2013: 17 Künstler präsentieren in neun idyllischen Weinhöfen ihre Kunst.

Ansprechpartner:

Simone Doll-Gerstendörfer
E-Mail: s.doll-gerstendoerfer@arcor.de
Telefon: +49-(0)931-4677548

Ernst Weckert
E-Mail: weckert.atelier@t-online.de
Telefon: +49-(0)931-700589